Carbon Capture Utilization (CCU) als innovative Zukunftslösung

Kohlenstoffdioxid klimafreundlich nutzbar machen

Der Klimaschutz der Zukunft wird häufig in einem Atemzug mit Schlagwörtern wie Klimaneutralität und CO2-Neutralität genannt. Tatsächlich ist Klimaschutz auch nicht von den genannten Stichwörtern trennbar. Wenn wir unsere Umwelt in den nächsten Jahren schützen wollen, müssen wir als Gesellschaft unsere Kohlenstoffdioxid-Bilanz deutlich senken. Die Bundesstadt Bonn hat daher geplant bis 2030 mindestens 40 Prozent der Treibhaus-
emissionen im Vergleich zu 1990 zu senken und bis 2035 klimaneutral zu werden. Ein Vorhaben, bei dem wir die Stadt als kommunales Unternehmen nicht nur unterstützen, sondern auch maßgeblich voranbringen wollen. 

Um die Kohlenstoffdioxid-Bilanz der MVA erst zu verbessern und dann zu neutralisieren, haben wir uns entschieden das Kohlenstoffdioxid aus den Abgasen zu entnehmen und in einem hoch technischen Verfahren das Kohlenstoffdioxid zu binden und in anschließender Reaktion mit Wasserstoff zu dem grünen Kraftstoff Methanol werden zu lassen. Dieses innovative Verfahren wird in Fachkreisen als Carbon Capture Utilization, kurz CCU, bezeichnet.
 

Methanol aus CO2 als klimafreundliches Betriebsmittel

Methanol findet seinen Einsatz in weiterentwickelten Verbrennungsmotoren. Mittels einer Methanol-Synthese lassen sich weitreichende Synergien zur Nutzung und Speicherung von erneuerbaren Energien, Reduzierung von CO2-Emissionen sowie weiteren vielversprechenden Forschungsprojekten abbilden. In der MVA Bonn würde das Methanol allerdings zum Betrieb unserer Verbrennungsöfen genutzt werden. Dadurch sparen wir fossile Brennstoffe ein und ersetzen sie mit einem Rohstoff, den wir selbst aus Kohlestoffdioxid gewinnen. Daher entfällt somit auch der Transport der endlichen Ressourcen. Unser kreislaufendes Verfahren sorgt dann dafür, dass die Emissionen, die unweigerlich bei jedem Verbrennungsprozess entstehen, klimaschonend gebunden und als Betriebsmittel zurück in die Anlage geführt werden. 

Gemeinsam mit dem gemeinnützigen Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen (FiW) e. V. werden zurzeit in einer Testanlage Optionen über das sogenannte CCU-Verfahren geprüft werden. Insgesamt soll so in den kommenden Jahren in verschiedenen Forschungsstufen ein Konzept entstehen, welches die wirtschaftliche und ökologisch nachhaltige Produktion eines CO2 – basierten Wertstoffes auf industriellen Maßstab vorsieht. Mit der Kooperation entwickelt sich unter dem Projektnamen bonNova so ein langfristiges und nachhaltiges Konzept für den Standort der MVA Bonn. Das Vorhaben soll den Grundstein für eine spätere Umsetzung im großen Stil am Standort der MVA Bonn sowie der gemeinsamen Weiterentwicklung für die gesamte Branche gelegt werden.